Sonntag, 22. Januar 2012

Dritte Station: Salento in der Kaffeezone vom 26. bis 29. Dezember


Mit dem Bus sind wir 6 Stunden über Nacht von San Gil zuerst nach Bogotá gefahren, wo wir morgens um 5 Uhr 2 Stunden auf einen Bus nach Salento warten mussten. In der Wartehalle des Busterminals in Bogotá war es so kalt, dass wir sogar unsere Handtücher aus den Rucksäcken hervorgesucht haben, um uns irgendwie warm zu halten. Und da Larissa und Julia schon so als Maria und Josef „verkleidet“ waren, haben sie die Chance genutzt und um uns mit einem improvisierten Krippenspiel die Wartezeit zu verkürzen =D.
Wir hatten die Info bekommen, dass die nächste Busstrecke von Bogotá nach Armenia (größere Stadt in der Kaffeezone) nur etwa 4 Stunden dauern würde. Leider saßen wir dann aber 10,5h im Bus, sind mehrere Pässe hoch- und auf der anderen Seite wieder heruntergefahren und unser Busfahrer wagte dabei einige unglaubliche Überholmanöver. Unterwegs konnte man auch einige Erdrutsche in den Bergen sehen, die ganze Teile der Straße weggerissen hatten, sodass nur noch eine Spur befahren werden konnte. Wir waren alle ziemlich fertig und verfroren, weil die Klimaanlage in den Bussen unverständlicherweise immer voll aufgedreht wird, sodass es ohne Decke wirklich ungemütlich ist und schlafen kann man erst Recht nicht wirklich gut.
Wenigstens dauerte die Fahrt von Armenia in das kleine 5000-Einwohner Dorf Salento nur noch eine Stunde und uns begleitete sogar ein Huhn im Bus.

Am 27. Dezember haben wir Gerrits Geburtstag mit einem super leckeren Müsli zum Frühstück gefeiert und sind dann mit einem Willy Jeep ins Cocora-Tal gefahren. Die Landschaft auf der Fahrt hat mich ein bisschen an „Pettersson und Findus“ erinnert. :) Im Tal angekommen ging es zu Pferd etwa 1,5 h über Stock und Stein und durch Flüsse durch den Berg hinauf. Die Gummistiefel, die wir bei unserem Hostel ausgeliehen hatten, waren sehr nützlich! Aber die Pferde taten mir wirklich sehr sehr leid, weil die Wege sehr schwer zugänglich waren und Larissas Pferd ist sogar bei einer Flussüberquerung gestürzt. Da haben dann auch keine Gummistiefel genützt, weil sie bis übers Knie im Wasser saß =P.
Nach den 1,5h eher weniger entspannten Ritt sind wir schließlich bei einer Kolibrifarm angekommen. Während wir auf einer Bank eine große Tasse heiße Schokolade tranken, konnten wir unzählige Kolibris beobachten, die einfach unglaublich schnell fliegen und im Flug stehen bleiben können.
In unseren super Gummistiefeln ging es dann weiter den Berg hoch zu einer weiteren Farm auf 2860m und von dort dann 5km in das Cocora-Tal hinunter.
In diesem Tal wächst die Wachspalme, die höchste Palmenart der Welt, die, glaube ich, bis zu 60m hoch wachsen können. Davon gibt es dort richtig viele und die sind wirklich gigantisch hoch.
Der Jeep brachte uns dann wieder zurück nach Salento in unser wunderschönes kleines Hostel Tralala. Der Ausflug war wirklich super schön und die Bewegung tat nach so viel Busfahren richtig gut.

Mit der Bewegung ging es am nächsten Tag gleich weiter, indem wir zu Fuß zu der Kaffeefarm von Don Elias gewandert sind. Don Elias ist ein uriger alter Mann mit Hut, der schon beinahe keine Zähne mehr hat und eine Finca cafetera betreibt. Für umgerechnet 2€ pro Person durften wir ihn auf eine Tour durch seine Kaffeeplantagen begleiten und haben viel über Kaffee gelernt. Zuerst haben wir Kaffeebohnen gepflückt (die frisch gepflückten Bohnen kann man wie Bonbons lutschen), dann die rote bzw. gelbe Schale entfernt. Unter einer Plane werden die Bohnen dann in der Sonne getrocknet.
Eigentlich verkauft Don Elias die getrockneten Bohnen dann so weiter, doch für den Eigenbedarf und seine Besucher röstet er auch ein Teil der Bohnen auf einem Herd, der noch mit Feuer geheizt wird. Der Duft von den frischgerösten Bohnen ist wirklich himmlisch. Von Hand werden die Bohnen dann gemahlen, um frischen Kaffee zu brühen.
Zum Abschluss unserer Tour haben wir mit Don Elias zusammen eine Tasse super starken Kaffee getrunken und jeder hat ihm ein Päckchen Kaffee abgekauft =).
Die Finca ist wirklich empfehlenswert, weil sie ziemlich abseitsliegt und wenig bekannt ist, also kein bisschen touristisch!

Mittwoch, 18. Januar 2012

Zweite Station: San Gil, Santander vom 20. bis 25. Dezember


Da der Strom immer noch da ist, kann ich den Eintrag doch veröffentlichen :) (Hat mich sowieso sehr gewundert, dass in Kolumbien die Stromausfälle auf einmal angekündigt werden =P) 

Am 20. Dezember ging es morgens schon um 6 Uhr im Hostel zum Busterminal von Bogotá und dann Richtung San Gil. An diesem Morgen war es wirklich besonders kalt, aber wenigstens hat sie Sonne zum Abschluss geschienen =). Die 7-stündige Fahrt von Bogotá nach San Gil war mit eine der schönsten Busfahrten, weil die Landschaft einfach unglaublich genial ist. Zuerst ging es durch die „Schweiz“ mit vielen Kühen, dann immer höher in die Anden, wo man vereinzelt Hirten mit dicken Ponchos und Hüten um Blechtonnen mit Feuer sitzen sah. Rundherum waren riesige Berge und wunderschöne Täler zu sehen. Einfach überwältigend schön! Leider konnten wir keine Fotos machen, weil der Bus zu schnell gefahren ist, aber ich hab mich darauf konzentriert, alles in meinem Kopf abzuspeichern. =P
Je näher wir Richtung San Gil kamen, waren wir immer mehr von Dschungel umgeben und es wurde immer wärmer.

San Gil ist eine wunderschöne Kleinstadt in den Bergen mit italienischem Flair. Viele Häuser haben kein fließendes Wasser, sondern große blaue oder schwarze Wassertanks auf dem Dach. Die Straßen sind teilweise so steil, dass keine Autos oder Motorräder fahren können, sondern man alles zu Fuß erledigen muss (die Waden werden beim Hochlaufen ziemlich gedehnt!). Es gibt viele kleine Läden und Restaurants und ein kleiner Stadtpark in der Mitte. Aufgrund seiner Lage kann man in San Gil ganz viele Outdoor- und Adventuresachen machen, was wir natürlich ausgenutzt haben =D

Am ersten Abend waren wir zusammen mit anderen Hostelgästen und Mitarbeitern Tejo spielen. Das ist ein kolumbianisches Trinkspiel mit „explosives and beer“. Man versucht aus einiger Entfernung Knallkörper, die auf einem Metallring auf einem großen Brett mit ganz viel Lehm (oder sowas ähnliches) liegen, zum Explodieren zu bringen, indem man einen schweren Metallpuk wirft. War wirklich lustig auch ohne Bier =)

Für den nächsten Tag war gleich das erste Abenteuer geplant: Die cueva de la vaca (Höhle der Kuh) besichtigen. Mit Bikini, Shorts, Top, Halbschuhen, Helm und Stirnlampe ausgestattet ging es mit einem Führer für 1,5 Stunden in die Dunkelheit. Innen wurde es schon gleich am Anfang ziemlich nass und ziemlich eng und somit war ein Fortbewegen oft nur krabbelnd auf allen vieren möglich. An manchen Stellen mussten wir auch ganz flach auf dem Boden kriechen, im Wasser paddeln oder schwimmen. Das Wasser war seeeehr kalt und mit durchnässten Kleidern und Schuhen war es nicht unbedingt wärmer und angenehmer :P. Der Helm aber war sehr nützlich, ansonsten hätte es sicherlich mehrere dicke Beulen gegeben. Die schlimmste Stelle war für mich als wir von einer Höhle zur nächsten tauchen mussten. Unter Wasser war zwar ein Seil angebracht, an dem man sich entlangziehen konnte, aber als man auf der anderen Seite wieder aufgetaucht ist, war die Höhle gerade so hoch, dass nur der Kopf aus dem Wasser herausgeschaut hat. Hat viel Überwindung gebraucht einfach so ins Unbekannte zu tauchen! In den einzelnen Höhlen waren Unmengen von Fledermäusen zu sehen und vereinzelt auch Kakerlaken und Spinnen. Eine Höhle haben wir sogar komplett im Dunkeln durchquert. Obwohl es eine sehr hohe Höhle war wie wir im Nachhinein herausgefunden haben, sind wir Hand an Hand beinahe auf dem Boden gekrochen vor lauter Angst, uns irgendwo anzustoßen =P.
Gegen Ende durften wir uns noch mit Heilerde einreiben, die wir an einem kleinen Wasserfall in der letzten Höhle wieder abwaschen konnten mit kostenloser Wasserstrahlmassage! (Leider arschkalt!!!!)

Den Abend diesen Tages haben wir im Parque Gallineral verbracht, der auch mit weihnachtlichen Lichtern geschmückt war und bekannt für seine Geißenbart/ Meerjungfrauenhaare an den Bäumen ist.

Am folgenden Tag sind wir mit dem Bus zu einem Wasserfall gefahren. Von der Straße aus mussten wir noch etwa 20 min durch den Urwald laufen (Felsen hochklettern und einen Fluss durchqueren) bis wir an einem wunderschönen Wasserfall herauskamen. Die Landschaft war übrigens auch mal wieder atemberaubend! Im Becken des Wasserfalls konnten wir sogar baden (ich hab es leider nur paar Sekunden ausgehalten, weil es einfach verdammt kaltes Gebirgswasser war).

Der 23. Dezember war für mich ein absolutes Highlight unseres Urlaubs. Durch unser Hostel haben wir von einer Mountainbike-Downhilltour in den Chicamocha-Canyon erfahren, die leider auch nicht ganz billig war (etwa 66 €). Nachdem aber ein Holländer die Tour einen Tag vor uns gemacht hat und total begeistern davon war, haben wir es auch gewagt. (Im Nachhinein eine der besten Entscheidungen während der Reise!!)
Die Veranstalter der Tour sind Mike (Amerikaner) und seine Freundin Kat (Engländerin), die zusammen in San Gil ein mexikanisches Restaurant führen.
Los ging es also um 8:15 Uhr morgens im Gringo Mike’s (das Restaurant) mit einem superleckeren Wrap gefüllt mit Rührei, Avocado, Tomate, Schinken und Käse und einem leckeren schwarzen Tee mit Milch bzw. einem Kaffee.
Dann sind wir alle in den Jeep, der schon fertig beladen vor dem Eingang stand, eingestiegen und etwa 45 Minuten hoch in die Berge des Chicamocha-Canyons gefahren.
Mike war diesmal unser Jeep-Fahrer, während Kat und ein Mountainbiker aus Utah, USA, der den amerikanischen Winter über in San Gil arbeitet, unsere Guides waren.
Unsere Fahrräder waren alle auf dem Dach befestigt und der Jeep mit Essens- und Wasservorrat sollte auch unser Begleitfahrzeug sein, soweit es die Wege zuließen. Zum größten Teil waren es aber doch ziemlich heftige Offroad-Strecken.
Oben angekommen bekam jeder von uns sein aus den USA importiertes-3000 Dollar-full suspension Fahrrad zugeteilt und wir durften ein bisschen Probe fahren, um mit dem Fahrrad vertraut zu werden, die mörderischen Bremsen zu testen und es richtig einstellen zu können. Von dem „full-suspension“ hab ich am Anfang nämlich gar nichts gespürt, weil ich viel zu leicht für die Federung war. Aber die 3 waren hervorragend ausgestattet und das Problem innerhalb weniger Minuten gelöst. =P Und daaaaann konnte es mit ungewohnt tiefem Sattel endlich losgehen.
„Downhill“ war dabei aber ungefähr so eine Aussage wie wenn der Papa beim Wandern sagt, es ginge nur noch bergab, aber damit habe ich schon gerechnet, da die Aussage ja von Sportlern kam. :D
Es ging zu Beginn nämlich schon ein paar steile Berge hoch, wo alle außer Kat, Tim und Gerrit schieben mussten. Man muss dazu sagen, dass es für uns alle aber auch der erste Sport nach fast 4 Monaten war.
Während den nächsten 35 km legten wir 1500 Höhenmeter von 2000m auf 500m über NN in einem ziemlich hohen Tempo über „Stock und Stein“ durch Flüsse, über Schotterpisten, vorbei an Wasserfällen und genialer Sicht in den Canyon, die man während dem Fahren leider nicht genießen konnte, weil man sich lieber sehr gut auf den Weg konzentriert hat.
So heftig bin ich noch nie in meinem Leben Fahrrad gefahren und es hat schon einiges an Überweindung gebraucht, um mir selber und dem Fahrrad zu zutrauen, dass es Hindernisse wie Felsbrocken und tiefe Löcher ohne Probleme überwindet und auch so, dass ich gar nicht so viel davon mitbekomme. Mein eigenes Fahrrad zu Hause hätte da nämlich komplett versagt.
Die Ermüdung der Arme während dem Fahren war schon kräftig zu spüren. (Es war sehr gut, dass wir ab und zu mal kurz eine Pause gemacht haben, um die Aussicht zu genießen, weil ich sonst Angst hatte, keine Kraft mehr zu haben, um zu bremsen :P).
Der Popo tat im Gegensatz dazu, kaum weh, da man eh die meiste Zeit im Stehen fahren musste, damit der Körper mitfedern kann.
Als wir dann unten am Fluss Suaréz wieder auf den Jeep getroffen sind, waren die Bremsen ziemlich heiß gelaufen und wir alle ziemlich fertig. An einem einsamen Platz am Fluss schlugen wir dann unser Lager auf und konnten uns im Fluss abkühlen. Danach gab es einen Mega-Roastbeefsandwich, selbstgemachte Cookies und Mandarinen. Ein Rundum-Sorglos-Paket.
Im Jeep ging es dann die ganze zurückgelegte Strecke wieder bergauf bis zum Ausgangspunkt. (An manchen Stellen hatte er wirklich ordentlich zu kämpfen.) So konnten wir die tolle Landschaft auch endlich ausgiebig genießen.
Die Jungs sind den Berg auf der anderen Seite zum Abschluss wiederruntergefahren, während wir Mädels gemütlich im Jeep hinterher fuhren. Kurz vor San Gil gab es dann nochmal eine Bademöglichkeit und wir stießen mit einem Bier bzw. Cola auf die gelungene Tour an. Jeder von uns bekam zum Abschied noch ein T-Shirt und damit war die beste Mountainbiketour meines bisherigen Lebens zu Ende. :)

An Heilig Abend waren wir morgens zu Besuch in Barichara, eines der schönsten Kolonialdörfer Kolumbiens, von dem wir noch einmal einen super Blick in und über den Canyon hatten. Den Nachmittag verbrachte ich dann ganz entspannt am Pool unseres Hostels und abends sind wir alle zusammen schick essen gegangen in einem Restaurant mit Blick über die Plaza Mayor (Hauptplatz) von San Gil. Alles in allem ein sehr ruhiges und ganz anderes Weihnachten =).

Den ersten Weihnachtsfeiertag verbrachten wir nochmal an einem Fluss zum Baden bevor es dann abends los ging Richtung Kaffeezone.

Unsere Reise im Fernsehen

Mein Freund hat unsere Kolumbien-Reise im Fernsehen gefunden :P
http://www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=28726&mode=play&fb_source=message

Wir haben alle Orte (und noch mehr), die in dieser Dokumentation gezeigt werden, besucht außer Villa de Leyva :)
Es war wirklich schön, die Reise nochmal im Fernsehen anzuschauen! Wer also Lust und Zeit hat, sich die Doku anzuschauen, ich kann sie nur weiterempfehlen. Meine Blogeinträge zu unserem Urlaub werde ich aber trotzdem noch nach und nach veröffentlichen.

Eigentlich wollte ich heute Abend den Bericht über San Gil fertig schreiben und veröffentlichen, aber in 20 min wird der Strom ausgeschaltet. Das macht mir natürlich einen Strich durch die Rechnung. Aber naja, Kolumbien halt :D

Samstag, 14. Januar 2012

24 Tage, 6 Städte, 2 Stunden Flug, über 52 Stunden im Bus


Wichtigste Begleiter: 
Vliesjacke, Schal, Icebreaker-Shirt, Regenjacke, gute Schuhe, Föhn, Nähzeug, Foto, Spontanität, Resistenz gegen Reiseübelkeit, gutes Zahlengedächtnis (Hosteladressen auswenig lernen), Orientierungssinn (ich bin wirklich besser geworden!), Geduld!! (die braucht man überall in Kolumbien :P)


Jaaa, ich bin nach 3 Wochen auf Kolumbien-Reise wieder heile und ohne dass mir irgendwelche Sachen abhandengekommen sind in Cartagena angekommen und habe seeeehr viel zu erzählen  und auch einiges an Bildern :) Kolumbien ist so unglaublich groß und vielfältig und verschieden. Es war wirklich spannend zu entdecken, wie unterschiedlich jede Region ist.
Deswegen werde ich den Blogeintrag ein wenig untergliedern. Dann müsst ihr nicht warten bis ich den gesamten Bericht geschrieben habe, sondern könnt von Station zu Station lesen.

Erste Station: Bogotá, die Hauptstadt Kolumbiens

Am 27. Dezember war es endlich soweit und Larissa, Julia und ich konnten morgens um 8 Uhr ins Flugzeug nach Bogotá steigen. Wie schon befürchtet war es Flugzeug im Vergleich zu heißen Cartagena-Klima so kalt wie in einer Gefriertruhe. Man konnte sogar die Luft, die aus der Klimaanlage kam, kondensieren sehen. Unglaublich. Aber wenigstens gab es immerhin einen Snack, obwohl der Flug nur 2 Stunden gedauert hat und dann noch einer von Juan Valdez (so etwas wie Starbucks und genauso teuer, aber superlecker). Es gab bis auf die Kälte also nichts zu beklagen :)
Die Kälte sollte leider für die nächste Zeit mein ständiger Begleiter sein, denn Bogotá liegt auf etwa 2.600m in den Anden und es herrschte eine Eiseskälte (zwischen 15 und 20 Grad :P). Auch die Luftfeuchtigkeit ist viel geringer als im karibischen Cartagena und ich bekam auf einmal ganz trockene Haut und musste mich mehrmals am Tag eincremen.
Beim Landeanflug auf Bogotá hatte ich echt das Gefühl ich lande in der Schweiz, weil es um Bogotá herum einfach aussieht wie in der Schweiz :D
Bogotá an sich ist leider ziemlich hässlich. Soweit ich das bis jetzt beurteilen kann würde ich sagen, es ist zusammen mit Manizales die hässlichste kolumbianische Stadt.
Zusammen mit Gerrit, Doreen (Freiwillige, die in der Nähe von Bogotá arbeiten) und Felix (Freiwilliger aus Medellín) waren wir in einem Backpacker-Hostel in der Altstadt La Candelaria mit Leuten aus der ganzen Welt untergebracht. Gespräche wurden deshalb hauptsächlich auf Englisch geführt, aber auch mein Französisch konnte ich aus den hintersten Ecken meines Gehirns wieder hervorkramen.

In der Altstadt haben wir am selben Tag dann noch den Präsidentenpalast von außen angeschaut, der an den Simon Bolívar-Platz grenzt und ein Besuch im Botero-Museum durfte natürlich auch nicht fehlen.

Für den nächsten Tag hatten wir die Wanderung auf den Monserrate, einen 3150m hohen Berg mit einer Kirche, die von vielen Pilgern besucht wird, geplant. Nachdem wir uns aber schon auf dem Hinweg zu dem Fuß des Berges verlaufen hatten, war die Zahnradbahn doch eine sehr verlockende Option. Von der Zahnradbahnstation musste man dann trotzdem noch ein Stück den Berg hochkraxeln. (Entweder lag es an unserer fehlenden Kondition nach über 3 Monaten ohne Sport oder der Sauerstoffmangel war spürbar, auf jeden Fall waren wir alle ziemlich fertig da oben :P)
Vom Monserrate hat man eine super Aussicht über Bogotá. Die 8-Millionen-Stadt ist einfach riesig. Leider hatten wir bisschen Pech mit dem Wetter in Bogotá mit viel Regen und Nebel, deswegen sind die Fotos auch etwas vernebelt geworden.

Da das berühmte Goldmuseum in Bogotá ausgerechnet montags geschlossen hatte, sind wir einfach ins Polizeimuseum gegangen, was wirklich sehr interessant (und sogar kostenlos) war. Unser Führer war ein junger Polizist, der uns auch viele Sachen erzählt hat, die er nicht einfach so hätte erzählen dürfen, aber da er nur noch 1 Monat dienen musste, war es ihm egal.
Alle jungen Männer müssen einen solchen einjährigen bzw. zweijährigen, wenn man keinen Schulabschluss hat, Dienst entweder bei der Polizei, beim Militär oder bei der Marine ableisten.
Die Polizeiausbildung findet zu Rammstein-Musik statt und ist ziemlich hart. Er selbst wurde beim Kampf gegen die Guerilla von einer Granate verletzt und wurde deshalb nach Bogotá versetzt. Von seiner 15-köpfigen Gruppe, die mit ihm den Dienst geleistet hat, leben nur noch 3 Leute.
In Bogotá und auch in vielen anderen Städten wimmelt es einfach nur so von Polizisten, die den ganzen Tag irgendwo herumstehen und scheinbar nichts zu tun haben. Das haben wir natürlich ausgenutzt und die Polizei einfach kurzerhand in „Touristenführer“ umgetauft, weil sie uns immer bereitwillig und ausführlich den Weg zu irgendwelchen Sehenswürdigkeiten erklärt hat. Also lieber Polizei fragen, bevor sich die Uneinigkeit über den richtigen Weg in eine endlose Diskussion ausweitet und man sich am Ende doch verläuft.
Den letzten Abend in Bogotá haben wir im alternativ-angehauchten Stadtviertel Usaquén im Norden von Bogotá verbracht, wo zum ersten Mal in Kolumbien ein wenig Weihnachtsstimmung aufkam :D Der Park von Usaquén ist zur Weihnachtszeit nämlich wunderschön beleuchtet und dekoriert mit einem Sternenhimmel uuuuund KUNSTSCHNEE. Zu jeder vollen Stunde schneit es Schaumschnee von oben. Hihi. Da fühlt man sich beinahe wie auf einem deutschen Weihnachtsmarkt =P (Aber wirklich nur beinahe).
Der Abend war ein schöner Abschluss, denn länger als 3 Tage in Bogotá zu verbringen, ist nicht sehr empfehlenswert, weil es einfach nicht besonders viel zu sehen und noch sehr viel schönere Orte in Kolumbien zu entdecken gibt. Wir waren also bereit für die nächste Station =)

Freitag, 16. Dezember 2011

Urlaubsstress


In der letzten Zeit war irgendwie doch ziemlich viel los, auch wenn kein Unterricht mehr stattgefunden hat. Da ich am Samstag für drei Wochen auf Kolumbienreise gehen werde, fange ich einfach mal mit unserer „Urlaubsplanung“ an.
Nach unserer ursprünglichen Planung wollten wir die erste Januarwoche in Leticia am Amazonas (Grenze zu Perú und Brasilien) verbringen und haben im Oktober schon den Flug gebucht. War also alles schon fest geplant bis dann Anfang November der Anführer der kolumbianischen Guerilla FARC vom Militär ermordet wurde. Daraufhin hat nämlich die FARC Rache angedroht und da das Amazonasgebiet ziemlich unzugänglich ist und sich die Guerilla dorthin zurückgezogen hat, wurde uns verboten dorthin zu reisen. Das Amazonasgebiet ist an sich sehr groß und Leticia soll eigentlich sehr sicher sein, weil es einen Militärstützpunkt vor Ort hat. Aber man weiß nie, was die Guerilla plant.
Also haben wir unseren Urlaub einfach komplett umgeplant. Das Problem war jetzt bloß noch, dass die Flüge schon gebucht waren. Auf der Internetseite von „aires“(dort habe ich die Flüge für Larissa, Julia und mich gebucht) gab es aber die Möglichkeit, Flüge umzubuchen. Leider wurde „aires“ genau an dem Tag, an dem ich umbuchen wollte, an eine andere Fluggesellschaft (LAN) verkauft und somit gab es auch die Internetseite nicht mehr. Auf der Seite von LAN konnte ich zwar unsere Flüge sehen, aber ein Umbuchen war nicht mehr möglich. Daraufhin haben wir im Telefonbuch die Adresse des nächsten Aires-Büros herausgesucht und sind nach Bocagrande (gehobenes Viertel von Cartagena), um entweder die Flüge stornieren oder umbuchen zu lassen. Dort angekommen war weit und breit kein Büro von aires in Sicht und auf Nachfrage wurde uns mittgeteilt, dass das Büro schon vor längerer Zeit geschlossen worden war.
Immerhin haben wir herausgefunden, dass ein LAN-Büro mehr oder weniger in der Nähe zu finden war. Mit den Adressen in Kolumbien ist das immer so eine Sache: Eine Adresse besteht immer aus drei Zahlen. Die erste Zahl gibt die Straße an, in der sich das Haus befindet. Die zweite Zahl gibt die Querstraße an, die dem Haus am nächsten ist und die dritte Zahl steht für die Schritte, die man von der Kreuzung mit der Querstraße gehen muss bis man am Haus angelangt.
Zum einen ist das ganz cool, weil man sich keine Straßennamen merken muss. Aber die Nummerierung der Straßen ist nicht immer so ganz logisch durchgeführt worden, was zu manchen Verwirrungen führt und selbst Taxifahrer finden nicht unbedingt jede Adresse.
Aber wir haben das LAN-Büro glücklicherweise problemlos zu Fuß gefunden. Die Angestellten waren sehr freundlich und waren bereit, den Flug ohne Umstände in einen Flug Cartagena-Bogotá umzubuchen. Die Differenz zwischen den beiden Flügen bekamen wir als Restguthaben bei der Airline gutgeschrieben.
Aufgrund der Umstellung von aires auf LAN, die erst vor einem Tag stattgefunden hatte, war die Sache nicht ganz so einfach durchzuführen. Julias Ticket wurde als erstes bearbeitet und alles verlief wie am Schnürchen, weil noch eine Frau von aires im Büro anwesend war, die die ganzen Codes kannte. Diese musste dann aber zum Flughafen gehen und das Chaos ging los. Bei der Bearbeitung meines Tickets hat sich dann zunächst der Computer aufgehängt, danach das gesamte System und zuletzt der Ticketdrucker. Es ging also gar nichts mehr =P
Mittlerweile war Larissa und mir wegen der Klimaanlage so kalt, dass wir immer abwechselnd vor die Tür gegangen sind, um wieder ein bisschen aufzutauen.
Nach mehreren Anrufen bei der Airline-Hotline (wobei sie die meiste Zeit in der Warteschleife hing) konnte sich dann schließlich einer in ihren Computer einhacken und versuchen das Ding wieder zum Laufen zu bringen. Als dann endlich nach 4 Stunden! mein Ticket aus dem Drucker kam, hat das ganze Büro gejubelt. Larissas Ticket konnte dann auch ohne Probleme gedruckt werden und wir konnten endlich den „Kühlschrank“ wieder verlassen.

Von Donnerstag bis Sonntag hatten wir Freiwillige aus Cartagena/ Bocachica unser Mentorentreffen in Barranquilla (2 Stunden mit dem Bus) im Haus von Marianella, unserer Mentorin. Sie unterrichtet Deutsch an der Universität Atlántico in Barranquilla und hat uns mit in die Uni genommen, um uns ihren Studenten vom 2. und 6. Semester vorzustellen. Die Studenten haben uns dann das Universitätsgelände gezeigt, was wirklich riesig ist und nachmittags gab es eine kleine Stadtführung.

Es war auch mal wieder sehr schön, kleine Kinder herumzutragen und in den Schlaf zu schaukeln =) Hier gibt es nämliche eigentlich in fast jedem Haus mindestens einen Schaukelstuhl und die sind seeeehr bequem.

Ab Montag waren wir dann nur noch zu dritt im Colegio, weil diese Woche ein Seminar für die Leiter aller Projekte von unserer Organisation auf Bocachica stattfindet.
Die Woche hatte ich mir eigentlich sehr entspannt vorgestellt, aber es gab so viele Dinge zu erledigen, dass es eher ziemlich stressig war.
Da war zu sechst bzw. später dann nur noch zu fünft verreisen werden, musste ich die Hostels alle im Voraus  buchen und bei zwei auch eine Anzahlung leisten. Es war also viel Herumtelefonieren nötig und zwei Mal musste ich zur Bank, um Geld auf das Hostelkonto zu überweisen und heute muss ich nochmal in die Stadt, um die Anzahlung bei einem Hostel in Cartagena für ein Hostel in San Gil zu leisten. Aber jetzt steht unser Urlaubsplan wenigstens fest und ich bin mal gespannt, ob wir den auch so einhalten können =P
Am Mittwoch hat uns leider unsere geliebte Alejandra für immer verlassen und wir waren sehr traurig (sind es immer noch, weil sie wirklich eine gute Freundin geworden ist)!
Viel Zeit zum Verabschieden blieb leider auch nicht, weil am Mittwochnachmittag die ganze Leitergruppe aus Bocachica im Colegio zu Besuch war und alles deshalb tiptop sauber sein musste.
Aber es war wirklich mal ganz interessant die Leiter von unseren Mitfreiwilligen in Perú, Argentinien, Medellín und Bogotá kennenzulernen.
Gegen Mittag erhielten wir auch noch einen Anruf, dass am Donnerstag unsere Schule von Bienestar Familiar besichtigt wird. Die Kinder bekommen von uns ja jeden Tag Milch und Kekse, die von Bienestar Familiar verteilt werden und die wollten kontrollieren, wie wir mit der Milch und den Keksen umgehen. Deshalb mussten wir also nochmal alles gründlich putzen und Lourdes hat dann auch die Nacht auf Donnerstag hier übernachtet.
Am Donnerstagmittag kam ein zweiter Anruf von Bienestar Familiar, dass sie doch nicht kommen können =P Jetzt kommen sie halt irgendwann unangekündigt, aber hoffentlich, wenn wir im Urlaub sind!
Lourdes ist dann wieder zurück auf die Insel und Larissa und ich sind jetzt ganz alleine im Colegio, da sie erst Samstagmittag wieder zurückkommen kann und wir schon morgens um halb 9 Uhr nach Bogotá abfliegen.
Jetzt muss nur noch der Koffer gepackt werden und dann kann es losgehen =D! YEEEEY

Ich wünsche euch ein ganz tolles Weihnachtsfest und ein frohes neues Jahr im kalten Deutschland =)
Ich vermisse den Schnee schon ein bisschen!!
(Hier hat es gerade nur 26°C wegen dem Regen und ich hab mich richtig erkältet =P)

Bis im neuen Jahr!
Eure Anka

Samstag, 3. Dezember 2011

Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu

Hallo ihr =)
Die Klausuren sind mittlerweile schon lange geschrieben und auch korrigiert. Seit dem 26. November haben die Kinder auch keinen Unterricht mehr, denn das Schuljahr neigt sich dem Ende zu. Meine Englischklausuren für die Transición fielen ziemlich gut aus, was mich sehr gefreut hat!
Auch wenn die Kinder keine Schule mehr hatten, hieß das noch lange nicht, dass die Lehrer frei hatten. Am 28. Und 29. November haben wir lange Stunden in der Bibliothek mit einer „Autoevaluación“ (Selbstbewertung) der schulischen Einrichtung, die vom Staat vorgeschrieben ist, verbracht. Alle möglichen Aspekte (Direktion, Lehrer, Gebäude usw.) mussten mit einer Skala von 1 bis 10 von jedem bewertet werden. Eine ziemlich langweilige Angelegenheit (hab mich wie in der Schule gefühlt), deshalb hat Larissa nebenher versucht herauszufinden, wie Tage, Monate, Jahre und Jahreszeiten entstehen. Als Hilfsmittel dienten Radiergummis, Papiere, Stifte und ein Miniglobus, den wir in der Bibliothek gefunden haben. Ich hab währenddessen irgendwelche Englisch-Grammatik-Bücher gelesen und der Merly die deutsche Aussprache erklärt =P. Eigentlich waren wir genauso schlimm wie unsere Schüler, bloß dass wir im Gegensatz zu ihnen sowas heimlich und leise machen können!
Da die Margarita am 28. November Geburtstag hatte und wir es eigentlich alle vergessen haben, wurden am folgenden Tag einfach alle Geburtstage des vergangenen Vierteljahres mit einer (gekauften) Torte, CocaCola und vielen Geburtstagsliedern nachgefeiert =D

Für den ersten Dezember war die „Clausura anual“ angesetzt, wo die Kinder nochmal für 3 Stunden in die Schule kommen, um das Schuljahresende ein bisschen zu feiern und die zwei besten Schüler jeder Klasse sollten ihr Lob und einen kleinen Preis erhalten. Doch die Aktivität fiel buchstäblich ins Wasser (die Regenzeit ist leider immer noch nicht zu Ende, aber die Abstände zwischen den Regengüssen werden immer größer) und wurde auf den 22. Dezember verlegt.
Da am nächsten Tag die graduación (Abschlussfeier) der Transición stattfinden sollte und typisch kolumbianisch noch nichts geplant war, haben wir Lehrer den Vormittag genutzt um ein Theaterstück für die Schüler und Eltern einzuüben. Ich hab natürlich prompt eine der drei Hauptrollen zugeteilt bekommen, aber da es sich eher um ein Improvisationstheater gehandelt hat und man sich nicht darauf vorbereiten konnte, war es nicht ganz so schlimm =P.
Den Rest des Tages habe ich damit verbracht, die Zeugnisse der Transición fertigzustellen, da Margarita mit anderen Sachen beschäftigt war (z.B. endlich mal ihre graduación zu planen, denn irgendwie fangen die Leute hier erst an zu arbeiten, wenn es  5 vor 12 ist.
Zeugnisse schreiben ist ein ziemlicher Aufwand, da hier nämlich kaum mit dem Computer gearbeitet wird, sondern noch alle Noten und schriftliche Bewertungen von Hand geschrieben. Man darf sich also kein bisschen verschreiben, wenn man nicht das ganze Zeugnis nochmal von vorne schreiben möchte. Die Noten bestehen aus Buchstaben und Dezimalzahlen und pro Fach sind es ca. 5 Noten, die ausgerechnet und notiert werden müssen.
Als ich dann endlich mit der zweifachen Ausführung fertig war, musste ich leider feststellen, dass der Zeugnisvordruck einen ziemlich groben Fehler enthielt. Hugo hatte zwei Fächer vertauscht und so stimmten die Noten nicht mit der Erklärung des Faches übereinander, was bedeutete, dass ich die 26 Zeugnisse alle nochmal schreiben durfte =P Da kam Freude auf! (Hätte ich mal bloß den Mund gehalten, weil den anderen wäre der Fehler nämlich gar nicht aufgefallen =P)

Am Tag der graduación war der Himmel zum Glück strahlend blau und den ganzen Vormittag haben wir mit Putzen, Dekorieren und Kochen verbracht. Kurz bevor die ersten Eltern mit Kindern eingetrudelt kamen, mussten wir uns noch ziemlich herausputzen, da in Kolumbien generell sehr viel Wert auf das äußere Erscheinungsbild gelegt wird. Zum Glück habe ich eine weiße, schicke Bluse mit hierher gebracht, denn weiß ist die Farbe von Cartagena und damit nie verkehrt =). Meine weißen Ballerinas hatte ich am Abend davor noch mit Sagrotanspray entschimmelt =P und Lourdes und Alejandra waren zufrieden mit meinem Aussehen =).
Die Feier war dann wirklich sehr schön. Die Kindergarten-Kinder haben ein Lied vorgesungen, ein Mädchen aus der ersten Klasse hat die Transición mit einer auswendiggelernten Rede in der Grundschule begrüßt und ihr Bruder hat passend dazu die Abschlussrede der Transición gehalten =D. Strahlend in ihrer blau-gelben Robe mit dem viereckigen Hut (wie die College-Absolventen in den USA) hat die Transición stolz ihre Zeugnisse entgegengenommen. Mit Eistee in Plastikweingläsern wurde dann auf den Abschluss der Vorschule angestoßen und Margarita hielt ihre Abschlussrede. Auch unser Theaterstück war ein voller Erfolg und mit einem Hotdog-Essen wurde die Feier dann abgeschlossen.

Letzten Samstag und Sonntag sind Hugo und Percy & Aura abgereist. Hugo besucht in Perú seine Familie und wird Mitte Dezember wieder zurückkommen, während Percy & Aura erst für zwei Wochen in Bogota bei ihrer Familie bleiben werden und dann für unbestimmte Zeit in Peru bleiben werden. Nun sind wir nur noch vier Frauen im Colegio, aber wir nehmen es locker und lassen es uns gut gehen. Außerdem haben wir ja auch noch die Hunde, die auf uns aufpassen.
Die dürfen allerdings gerade nicht aus dem Garten raus, weil wir unter einer Ratten-Mäuse-Invasion leiden und Lourdes überall Gift verteilt hat, was auch für die Hunde gefährlich ist.
Die Mäuse fressen einfach alles an und kommen in jeden Schrank in der Küche. Jede von uns außer Larissa stand schon schreiend in der Küche, weil einem beim Öffnen eine Maus aus dem Schrank entgegengesprungen ist. In der Küche und im Büro werden außerdem die Kartons mit den Milchtüten, den Keksen und dem Bienestarina (Pulver zum Anrühren gegen Unterernährung) gelagert. Egal wie gut wir die Sachen verpackt haben, die Ratten und Mäuse fanden immer einen Weg alles anzufressen und wir mussten die Sauerei aufputzen.
Das Gift zeigt bis jetzt immer noch keine Wirkung, ganz im Gegenteil scheinen es jede Nacht mehr Tiere zu werden und auch unsere super Klebefalle hilft nichts. Bis jetzt finden sich darin nur festgeklebte Geckos =P.
Der einzige sichere Ort ist der Kühlschrank, der aber langsam echt voll mit lauter Lebensmitteln ist, die eigentlich gar nicht gekühlt werden müssen.
Gerade in diesem Moment habe ich sogar noch eine Fledermaus in der Küche herumfliegen sehen. Aaaahh irgendwie müssen wir ziemlich schnell eine Lösung finden, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen! Die Situation wird nämlich von Nacht zu Nacht immer schlimmer.